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Brandaktuelles über die Marke WELP Armouring

Wehrtechnik- Die WELP Group im Blickpunkt

In einem Interview mit dem Geschäftsführer der WELP Group, Dipl. Ing. Ronald Gerschewski, erfährt wt
einiges über die Firma, ihr Portfolio und über den technologischem Panzerung Fortschritts.

wt: Wie sieht das Behörden-Portfolio der WELP Gruppe aus?
Gerschewski: Unser Portfolio erstreckt sich von verdeckten ungepanzerten Ermittlungsfahrzeugen bis hinzu geschützten Spezialfahrzeugen, welche in den Aufbauten PKW, SUV oder auch Kleinbussen verfügbar sind. Diese Fahrzeuge können bis zu 12 Personen transportieren. Die Fahrzeuge sind grundsätzlich sehr individuell ausgestattet, was wir durch modulare Systeme realisieren. Neue sicherheitstechnische Zusatzausstattung wie auch persönliche Schutzausrüstung gehören ebenfalls zu unserem Portfolio.

wt: Sie haben gerade ein VR9-Fahrzeug zertifiziert, was fragen die Kunden derzeit nach, was sind aktuelle Trends?
Gerschewski: Der Trend ist klar in Richtung „hoher Beschussklassen“, vor allem gegen panzerbrechende Munition wie auch gegen projektilbildende Seitenansprengung, sogenannte IEDs, spürbar. Die Kunden fragen also grundsätzlich höhere Beschussklassen nach, das merkt man sowohl in den innereuropäischen Behördenanforderungen, wo die Beschussklassen mittlerweile in Richtung VR6 zunehmen, wie eben auch in den Anfragen aus gewissen Krisenregionen, wo mittlerweile VR9 plus zusätzliche Schutzanforderungen gegen Minen und Seitenansprengung zum Standard geworden sind.

wt: Werden die VR9-Fahrzeuge eine Nachfrage nach VR6/7 obsolet machen?
Gerschewski: Grundsätzlich macht die Nachfrage erhöhter VR9 Fahrzeuge die VR7 Klasse nicht obsolet. Das hängt damit zusammen, dass VR7 Fahrzeuge eine gute Balance zwischen den Themen Kosten, Gewicht und eben einen gutem Schutz bieten, was vor allem für Krisenregionen mittlerer Gefährdungsgrade durchaus sehr sinnvoll ist. Von daher wird es eine Reduzierung der gefragten Mengen im VR7 Bereich geben, allerdings eben kein Entfall.

wt: Ein wichtiger Aspekt ist auch die Möglichkeit nach feldmäßiger Instandsetzung, ist dies bei Ihren Fahrzeugen möglich, z.B. nach einem Unfall?
Gerschewski: Bei den Fahrzeugen von WELP Armouring ist grundsätzlich eine Instandsetzung möglich, natürlich immer in Abhängigkeit der Schwere der erforderlichen Reparatur. Möglich wird dies durch das Konstruktionsprinzip der Fahrzeuge. Die WELP Armouring Fahrzeuge verfügen über eine sog. Bolt-in-Panzerung, d.h., ein Panzerungskit, das mit vergleichsweise einfachen Mitteln in Einzelteilen aus dem Fahrzeug heraus oder wieder herein geschraubt werden kann. Somit ist eine partielle Reparatur, auch schwerer Karosserie oder gar Panzerungsschäden, möglich. Unterstützt werden kann das in verschiedenen Regionen der Welt durch die „Flying Doktors“ unserer Unternehmensgruppe, auch über regionale Partner, die durch uns vorab geschult sind und mit entsprechenden Ersatzteilen versorgt wurden.

wt: Sie nutzen eigene Stahlarten, warum und was ist der Unterschied zu „normalem“ Panzerstahl?
Gerschewski: Welp Armouring hat einen eigenen Stahl entwickelt, der in verschiedenen Ausprägungen exklusiv für uns gefertigt wird. Der Hintergrund ist, dass wir uns, speziell am Standort Wilkau-Haßlau, unter der Marke IndiKar seit vielen Jahren mit dem Thema Presshärten beschäftigen und stetige Materialentwicklungen vornehmen.
Erst kürzlich wurde das Technologiezentrum Presshärten am Standort in Sachsen eingeweiht. Durch das Presshärten können wir sehr effizient Bauteile erzeugen, die sowohl die entsprechende Härte bis zu Beschussklassen VR10 mitbringen wie auch komplizierte dreidimensionale Formen abbilden. Durch diese modernste Technologie entfallen bspw. die Arbeitsschritte des Schweißens der einzelnen Baugruppen. Ein weiterer Vorteil von Presshärten ist aber auch die gewichtsoptimierte und platzsparende Bauweise der Module. Nicht destotrotz verwendet WELP Armouring auch andere konventionelle Panzerungsstahlarten oder auch andere Metalle für die Panzerung. Hintergrund ist immer, ein mögliches Optimum zu finden zwischen den Themen Gewicht, Kosten und Materialdicke.

wt: Beim Fahrzeugdesign und in der Firmenphilosophie, was hebt Sie von der Konkurrenz ab? (z.B. Roll-in-Panzerung,…)
Gerschewski: Die Besonderheiten unserer Unternehmensgruppe in dem Bereich Sonder- und Sonderschutzfahrzeuge basieren relativ klar auf der automobilen Erfahrung unseres Hauses. Seit weit über 30 Jahren sind wir Entwicklungsunternehmen und Produktionspartner für die Automobilhersteller. Diese Expertise und dieses Know-how haben wir für das Thema Sonder-und Sonderschutzfahrzeuge nutzbar gemacht. D.h., unsere Fahrzeuge basieren grundsätzlich auf einer sehr umfangreichen Konstruktion, was letztlich ein Konstruktionsteam von über 60
Konstrukteuren im Haus realisieren kann. Darüber hinaus verfügen wir über ausgezeichnetes Spezialwissen
in der Materialentwicklung. Bspw. umfasst das Leistungsspektrum ein  eigenes Materiallabor, eine akkreditierte Beschussanlage, die nicht nur Vorprüfungen vornimmt, sondern auch finale Prüfungen von Fahrzeugen durchführt wie auch über einen Offroad-Track. Die Philosophie als solche geht dann allerdings auch noch weiter! So ist das grundsätzliche Panzerungsprinzip der Unternehmensgruppe auch geprägt von unserer Automobilerfahrung, d.h., von unserer Tätigkeit als Systemlieferant für die Automobilhersteller. Durch diese langjährige Erfahrung haben wir ein sehr durchdachtes, sogenanntes Bolt-in-System entwickelt. Dieses Bolt-in-Panzerungssystem ist ein Panzerungskit, das entgegen konventioneller Panzerungsmethoden in das Fahrzeug eingeschraubt wird. Es entsteht durch diese Art der Panzerungsvariante ein in sich sehr stabiler wie auch sehr flexibler Käfig. Dieses Panzerungskonzept, das gegen entsprechenden Beschuss ausgelegt ist, ist ebenfalls flexibel auf entsprechende hochenergetische Seitenansprengung.

wt: Was können wir in Zukunft an technologischem Fortschritt erwarten?
Gerschewski: Wir arbeiten an verschiedenen Materialentwicklungsthemen. Dort liegen die Schwerpunkte, u.a. auch getrieben durch das neue Technologiezentrum Presshärten, auf neuen Materialien, Materialkombinationen, die z.T. unter Wärme und entsprechenden Drücken entstehen können. Das sind u.a. Composite-Materialen oder Leichtmetalle, die wir bearbeiten, allerdings auch Beschichtungsthemen. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Fahrzeugsystemen, vor allem Fahrzeuge, die zunehmend mehr Personen bei einer höheren Schutzklasse transportieren können mit dem Ziel, die Fahrzeuge so modular zu gestalten, dass sie sowohl für Behörden im innerstädtischen Raum wie auch partiell bei schwersten Straßenbedingungen einsetzbar werden; d.h., zivile Fahrzeuge mit einem deutlichen höheren Schutz und Nutzwert. Wir werden unser grundsätzliches Portfolio nicht nur fahrzeugtechnisch sondern auch unsere Servicedienstleistungen erweitern. Geplant ist, neben einem Aluminiumzentrum auch ein Servicecenter entstehen zu lassen, wo wir Behörden und größeren Organisationen ein großes Portfolio an Leistung von der reinen Reparatur, Schulung bis hin zur Fahrradtrainingsleistung anbieten werden. Gleichzeit entwickeln wir diverse modulare Systeme, die sich ein Kunde katalogartig unter Komfort- oder Sicherheitsbedingungen in sein Auto konfigurieren kann.

wt: Vielen Dank.

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